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Die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz

17.05.2016 - Zeckenstiche nicht nur für Kinder gefährlich

Zecke auf Haut

»Wichtig ist der Schutz vor Zeckenstichen«, sagt Barbara Klepsch, Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz.
(© pixabay.de)

»Achtung, Zecken!«, heißt es wieder in der warmen Jahreszeit. Die kleinen Spinnentiere halten sich bevorzugt auf bodennahen Pflanzen wie hohem Gras, Farnen, Kräutern und Strauchwerk auf. Sie stechen und saugen Blut. Wer die Gefahren, die von den Zeckenbissen ausgehen können, bannen möchte, sollte gut darauf achten, dass es möglichst nicht zum Stich kommt. Denn Zecken können unterschiedliche Krankheitserreger übertragen. Treten nach einem Zeckenstich Krankheitssymptome auf, suchen Sie besser umgehend einen Arzt auf.

»Nach einem Aufenthalt im Freien mit möglichem Zeckenkontakt sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden - vor allem bei Kindern. Auch Betreuer in Kindertagesstätten sollten nach Aufenthalten im Freien auf Zecken achten und diese möglichst entfernen (lassen)«, mahnt Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.

 

Zecken richtig entfernen

Den Körper beim oder nach dem abendlichen Duschen zu beobachten, ist eine gute Möglichkeit, das Absuchen nach Zecken in den Tagesablauf zu integrieren. So können Sie Zecken häufig schon entfernen, bevor sie sich festgesetzt haben. Hat sich eine Zecke bereits festgesetzt, ziehen Sie diese zügig heraus: Erfassen Sie die Zecke dicht über der Haut mit einer feinen Pinzette an den Mundwerkzeugen und ziehen sie das Tier heraus. Der Zeckenleib darf dabei nicht gequetscht werden. Verwenden Sie auf keinen Fall Fett, Öl oder Klebstoff. Diese Mittel verhindern bei der Zecke die Atmung und erhöhen das Risiko, dass die Zecke im Kampf ums Überleben Krankheitserreger in die Haut einbringt.

Zecken bevorzugen Körperpartien, die dünnhäutig und feucht sind wie Kniekehlen, Leistenbeuge, Achselhöhle bis hin zum Haaransatz. Die Tierchen wandern auf dem Körper entlang, bis sie eine Stelle gefunden haben, die sie bevorzugen.

 

So können Sie sich schützen

Tragen Sie Kleidung, die möglichst viel Hautfläche bedeckt, wie lange Hosen mit Bündchen, die Sie in die Socken stecken können. Mit langärmeligen Hemden und festem Schuhwerk lässt sich das Risiko eines Zeckenbefalls erheblich reduzieren. Darüber hinaus hilft Ihnen helle Kleidung, Zecken darauf sofort zu erkennen. Auch das Auftragen von zeckenwirksamen, insektenabwehrenden Mitteln, so genannten Repellentien, ist empfehlenswert. Hier gibt es auch speziell für Kinder geeignete Präparate.

Die wichtigsten Krankheiten, die Zecken übertragen, sind Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis). Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, aber wirksame Antibiotika. Gegen FSME sollten Sie sich impfen lassen, wenn Sie sich häufig in Gebieten im Freien aufhalten, in denen viele Zecken FSME-Viren übertragen können.

 

Risikogebiete

Um aktiv zu werden, benötigen Zecken Temperaturen über 7 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 80 %. Nicht nur Parks und Wälder sind ideale Biotope für Zecken. Auch der eigene Garten kann Zecken eine Heimat bieten. 

Das Robert Koch-Institut hat 2014 und im vergangenen Jahr den Vogtlandkreis in Sachsen als Risikogebiet für FSME ausgewiesen. Das Vogtland grenzt direkt an seit längerem bestehende FSME-Risikogebiete in Bayern und Thüringen.

FSME wird durch Viren verursacht, die wiederum durch Zecken übertragen werden. Bei mildem Verlauf ist die FSME mit einem grippalen Infekt vergleichbar. Charakteristisch ist aber nach einer kurzen Ruhepause ein zweites Erkrankungsstadium, in der die Entzündung auf die Hirnhaut, das Gehirn oder sogar das Rückenmark übergeht. Das kann zu nachfolgenden Lähmungen führen. Im schlimmsten Fall zum Tod. FSME kann als Viruserkrankung nicht behandelt werden. Es gibt aber eine vorbeugende Impfung mit sehr guter Wirksamkeit. Die Kosten der Impfung werden durch die gesetzlichen Krankenkassen erstattet.